Präferenzstudie zu PSA-Screening
Autor:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat
Leiter Comprehensive Cancer Center Vienna
Universitätsklinik für Urologie
Medizinische Universität Wien
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Braucht das PSA-Screening tatsächlich die sogenannte informierte Einzelfallentscheidung? Eine Präferenzstudie versucht dieser Frage auf den Grund zu gehen.
Die Autoren Vickers und Carlsson untersuchen in ihrer Publikation die Frage, ob das PSA-Screening tatsächlich eine präferenzsensitive Entscheidung ist. Sie wägen anders gesagt ab, ob der Nutzen des Screenings je nach individueller Bewertung möglicher Nebenwirkungen und Folgen den Abklärungs- und Therapieweg kippen kann. Das Ergebnis ist klar: Für diese weitverbreitete Annahme gibt es keine überzeugende Evidenz.
In der Literatur finden sich zwar häufig Hinweise auf die informierte Entscheidung und „shared decision-making“. Diese beruhen aber meist nicht auf echten Präferenzstudien, sondern auf indirekten Ableitungen oder „decision aids studies“. Darin wird v.a. gezeigt, dass Information das Verhalten verändert, jedoch nicht, dass die Entscheidung zwischen Screening und Verzicht darauf tatsächlich von individuellen Präferenzen abhängt.
Die Autoren kommen deshalb zum Schluss, dass die oft geforderte formale Präferenzermittlung beim PSA-Screening nicht evidenzbasiert ist. Aufklärung und Einwilligung bleiben notwendig, ein aufwendiges „shared decision-making“ im engeren Sinn ist nach dieser Analyse aber nicht erforderlich.
Für die Urologie ist das eine wichtige Einordnung: Statt die PSA-Testung weiter als offene Einzelfallentscheidung zu rahmen, spricht die Evidenz eher für ein strukturiertes, risikoadaptiertes Früherkennungskonzept mit klaren Algorithmen und Qualitätssicherung.
Literatur:
1 Vickers A, Carlsson S: Should there be informed decision-making for prostate cancer screening? An analysis of preference sensitivity. J Med Screen 2026; doi: 10.1177/09691413261478762
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