<p class="article-intro">Die einarmige Phase-IIIb-Sicherheitsstudie SAUL untersuchte die Wirksamkeit des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab in einem sehr breiten Patientenkollektiv und bestätigte die Ergebnisse aus bisherigen klinischen Studien.</p>
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<p class="article-content"><p>Die multinationale, einarmige Studie SAUL untersuchte die Sicherheit und Wirksamkeit von Atezolizumab (1200 mg, i. v., q3w) bei einem breiten, dem klinischen Alltag näheren Patientenkollektiv (n=1004).<sup>1, 2</sup> Der primäre Studienendpunkt war die Sicherheit. Sekundäre Hauptendpunkte der Studie waren das Gesamtüberleben (OS), die objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des Ansprechens (DOR). Weltweit eingeschlossen wurden Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom (mUC) oder nicht urothelialem Karzinom des gesamten Harntraktes (5 % der Patienten). Eine Besonderheit der Studie war zudem, dass auch Patienten mit Niereninsuffizienz, einem ECOG PS 2, vorbehandelten asymptomatischen Metastasen des zentralen Nervensystems oder stabilen Autoimmuner— krankungen eingeschlossen wurden.<sup>1, 2</sup></p> <h2>Effektive Therapie mit Atezolizumab</h2> <p>Die Ergebnisse der Primäranalyse unterstreichen die Effektivität der Therapie mit Atezolizumab bei Patienten mit mUC. Nach einem medianen Follow-up von 12,7 Monaten war die mediane DOR unter der Therapie mit Atezolizumab noch nicht erreicht (95 % CI: 13,2–n. e.). Das mediane Gesamtüberleben betrug 8,7 Monate (95 % CI: 7,8–9,9). Im Gesamtkollektiv sprachen insgesamt 13 % der Patienten auf die Behandlung an (95 % CI: 11–16) und 60 % (95 % CI: 57–63) der Patienten waren nach einem halben Jahr noch am Leben. In der Subgruppe der Patienten, die der pivotalen Studie IMvigor211 entsprachen (n=643), zeigte sich mit 10,0 Monaten (95 % CI: 8,8–11,9) ein längeres medianes OS als im Gesamtkollektiv.<sup>1, 2</sup></p> <div id="fazit"> <h2>FAZIT</h2> <ul> <li>Die Primäranalyse der SAUL-Studie<sup>1, 2</sup> bestätigt die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie mit Atezolizumab bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (mUC).</li> <li>Die Phase-IIIb-Studie umfasst mehrere für die klinische Praxis relevante Populationen. Dabei zeigte sich, dass auch Patienten von der Atezolizumab-Therapie profitieren können, die normalerweise von der Teilnahme an klinischen Studien ausgeschlossen werden (z. B. Kreatinin-Clearance ≥ 15ml/min, ECOG PS 2, vorbehandelte asymptomatische ZNS-Metastasen, stabile Autoimmunerkrankungen), und präsentierte erste Daten zu Patienten mit nicht urothelialen Histologien.</li> <li>Die Studie reproduziert die Resultate der Phase-III-Studie IMvigor211<sup>5</sup>, in der bereits die gute Wirksamkeit von Atezolizumab in der Zweit- und Drittlinientherapie gezeigt wurde. Hierzu wurde eine Subgruppe in der SAUL-Studie analysiert, die den Einschlusskriterien der IMvigor211-Studie entsprach („IMvigor211-like“-Subgruppe; n=643).</li> <li>Die Resultate der größten prospektiven Sicherheitsstudie zu Atezolizumab untermauern damit die bestehende Studienlage zur mUC-Therapie<sup>4, 5</sup> mit dem PD-L1-Inhibitor in einem praxisnahen Real-World-Setting und erweitern die Evidenzbasis der Atezolizumab-Therapie.</li> </ul> </div> <p>Im Cross-Trial-Vergleich der SAUL-Studie mit den 2-Jahres- Daten der KEYNOTE-045-Studie (Pembrolizumab)<sup>3</sup> liegt das Gesamtüberleben der „IMvigor211-like“-Population in einem vergleichbaren Bereich (Abb. 1).</p> <p>Die speziellen Subgruppen der Patienten, die in randomisierten klinischen Studien nicht berücksichtigt werden, zeigten keine neuen oder zusätzlichen Nebenwirkungen oder einen Anstieg von Behandlungsabbrüchen. In einigen Subgruppen, wie z. B. Patienten mit stabilen Autoimmunerkrankungen, traten Nebenwirkungen von speziellem Interesse (AESI) häufiger auf als in der Gesamtpopulation. Die SAUL-Auswertung liefert aber die ersten Daten einer Immuntherapie bzw. von Atezolizumab für diese Gruppe von schwer behandelbaren Patienten.</p> <p>Die SAUL-Studie bestätigt die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie mit Atezolizumab bei bereits vortherapierten Patienten und reproduziert die Ergebnisse der IMvigor211 für eine dem klinischen Alltag nähere Population. Die positiven Studiendaten sind für Patienten und Therapeuten gleichermaßen erfreulich, untermauern sie doch die hohe, bereits aus früheren Studien bekannte Effektivität der Atezolizumab- Therapie.<sup>1, 2, 4, 5</sup></p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2019_Urologik_Uro_1902_Weblinks_s22_abb1.jpg" alt="" width="650" height="449" /></p></p>
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<p><strong>1</strong> Merseburger AS et al.: EAU 2019, Oral Presentation <strong>2</strong> Sternberg CN et al.: Eur Urol 2019; doi: 10.1016/j.eururo.2019.03.015 (Epub ahead of print) <strong>3</strong> Fradet Y et al.: J Clin Oncol 2018; 36(6): 410 <strong>4</strong> Balar AV et al.: ASCO 2018, Poster #349 <strong>5</strong> Powles T et al.: Lancet 2018; 391: 748-57</p>
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