Austrian School of Urology 2024
Die dieses Jahr zum 16. Mal stattfindende Austrian School of Urology (ASU) war mit über 100 Teilnehmer:innen die meistbesuchte seit Gründung. Was bringt jährlich so viele junge urologische Assistenzärzt:innen dazu, sich auf den langen Anreiseweg (von Wien 5½ Stunden) in das schöne Osttirol zu machen?
Die ASU ist in ihrer Form europaweit einzigartig! Inspiriert vom European Urology Residents Education Programme (EUREP) und in Anlehnung an die von der Ausbildungsordnung geforderten Inhalte wurden fünf Module entwickelt. Diese decken größtenteils die theoretischen Grundlagen der Urologie ab. Sie rotieren alle 5 Jahre, womit sichergestellt wird, dass durch den regelmäßigen Besuch der ASU jeder/jede Ausbildungsassistent:in nach Ablauf dieses Curriculums eine gute Basis für die Facharztprüfung vermittelt bekommen hat.
Fokus Prostatakarzinom und Hodentumoren
Dieses Jahr führten erneut hochkarätige Professoren durch die klinische Landschaft des Prostatakarzinoms sowie der Hodentumoren. Von der heiß diskutierten Thematik des Screenings über die Diagnostik bis zu den neuesten Therapiemöglichkeiten wurde der aktuellste Wissensstand an zwei intensiven Tagen vermittelt. Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Andrologie; von den hormonellen Grundlagen über die erektile Funktion bis hin zur Fertilität gab es spannende Eindrücke.
ESU Bootcamp – auch heuer wieder
Ein absolutes Highlight war das ESU (European School of Urology) Bootcamp! Seit 3 Jahren ist es fixer Bestandteil der ASU. Hierbei handelt es sich um einen umfassenden operativen Simulationskurs für Assis-tenzärzt:innen der ersten zwei Ausbildungsjahre. Im Rahmen des Kurses werden vier Module (Laparoskopie, TUR-B bzw. TUR-P, Endoskopie des oberen Harntrakts: starre und flexible Ureterorenoskopie; Abb. 1, 2 und 3) durchlaufen, für die jeweils bis zu zwei Stunden Zeit zur Verfügung stehen. An einer Basisstation werden zusätzlich die skrotale Untersuchung, die suprapubische Katheteranlage (dieses Jahr an echten Schweinebäuchen), die Nephrostomie und die Zirkumzision (Abb. 4, 5und 6) erfasst. Dank des mittlerweile eingespielten Teams (Abb. 7) und der Unterstützung von Olympus, Uromed und BK Medical wurde auch dieses Jahr ein reibungsloser Ablauf ermöglicht. Das Besondere ist das Kernkonzept einer 1:1-Betreuung, die jedem Teilnehmenden durch den/die alleine zur Verfügung stehende(n) Trainer:in eine individuelle Betreuung ermöglicht, die an den aktuellen Ausbildungsstand angepasst ist. Das von allen Seiten durchwegs positive Feedback zum Bootcamp und die rasche Belegung der Plätzemotivieren zur Beibehaltung des Konzepts für die nächsten Jahre.
Blick in die Zukunft
Es ist das Ziel, neben der ÖGU-Jahrestagung und der BVU-Jahrestagung einen Teil der in der Konsultationsfassung des neuen Rasterzeugnisses verankerten Kurse(Sonografie, Endourologie, Urodynamik, Spermiogramm und Biopsie der Prostata) während der Grundausbildung zukünftig auch im Zuge der ASU anbieten zu können (Abb. 8). Dank der großartigen Unterstützung des Universitätsklinikums St. Pölten fand bereits dieses Jahr ein Sonografiekurs sowie Prostatabiopsiekurs statt. Für kommendes Jahr ist – passend zum Thema der Blasenfunktionsstörungen – ein Urodynamikkurs in Planung.
Vortragende, Tutor:innen und teilnehmende Assistenzärzt:innen kamen aus allen Ecken Österreichs. Dies macht die ASU neben einem wertvollen „Teachingevent“ auch zu einer Veranstaltung, die den so wichtigen Austausch zwischen jungen Kolleg:innen am Beginn ihrer urologischen Karriere ermöglicht.
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