©
Getty Images/iStockphoto
Gesunde Knochen trotz Krebs
Jatros
30
Min. Lesezeit
09.07.2015
Weiterempfehlen
<p class="article-content"><p>Weltweit gibt es nur zwei Studien zum Thema „Knochengesundheit und Krebs“ – eine davon hat die seit 30 Jahren erfolgreiche österreichische Studiengruppe ABCSG (Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group) nun nach über zehn Jahren Laufzeit mit einem sensationellen Ergebnis abgeschlossen, das einen „practice change“ in der Brustkrebstherapie bewirken kann.<br /> Standardtherapie für postmenopausale Frauen mit hormonrezeptorpositivem Mammakarzinom sind heutzutage Aromataseinhibitoren, die allerdings auch negative Auswirkungen auf die Knochendichte haben und somit das Osteoporoserisiko deutlich erhöhen. Das wiederum geht mit Frakturen und einer beträchtlichen Einschränkung der Lebensqualität einher. <br /> Die placebokontrollierte doppelblinde Adjuvans-Studie ABCSG 18 konnte nun zeigen, dass diese therapieinduzierte Langzeitfolge um 50 Prozent reduziert werden kann, wenn der humane monoklonale Antikörper Denosumab zusätzlich zur endokrinen Therapie verabreicht wird (92 Frakturen vs. 176 im Placeboarm, HR: 0,50). Ohne zusätzliche Toxizität halbiert die Gabe von 60mg Denosumab zweimal pro Jahr subkutan klinische Frakturen, außerdem erhöhte sich die Knochendichte in der Wirbelsäule um zehn Prozent, in der Hüfte um rund acht Prozent und im Oberschenkelhals um sechs Prozent (Gnant et al: The Lancet 2015; published online May 31).</p> <p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2015_Jatros_Ortho_1504_Weblinks_Seite44.jpg" alt="" width="360" height="215" /></p> <p><strong>Knochenarbeit für Österreich</strong><br /> Insgesamt 3.425 Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs nahmen an dieser bislang größten Brustkrebsstudie hierzulande teil. Fast alle österreichischen Krebszentren sowie einige Zentren aus Schweden engagierten sich in diesem Mammutprojekt gemeinsam mit zahlreichen niedergelassenen Radiologen, die regelmäßig Knochendichtemessungen bei den Studienteilnehmerinnen vornahmen. Insgesamt waren 65 Zentren mit mehreren Hundert Ärzten in der Studie aktiv, um die gefürchtete Nebenwirkung Osteoporose aus der Krebstherapie zu eliminieren.</p></p>
<p class="article-quelle">Quelle: Pressekonferenz „Gesunde Knochen trotz Brustkrebs“,
3. Juni 2015, Wien
</p>
Das könnte Sie auch interessieren:
Sekundärfrakturprävention nach Sentinelfraktur
Die operative Versorgung einer Fragilitätsfraktur markiert häufig nicht das Ende, sondern vielmehr den Beginn einer langfristigen Behandlungsstrategie. Während die Frakturheilung im ...
Der mediale unikondyläre Kniegelenkersatz
Der unikondyläre Kniegelenkersatz erlebt eine Renaissance. Bei geeigneter Indikation bietet er funktionelle Vorteile gegenüber der Totalendoprothese (K-TEP), setzt jedoch eine ...
Rückenschmerz: Die entscheidenden Fälle nicht übersehen
Die Wirbelsäule steht im Mittelpunkt der BVdOT-Jahrestagung 2026 am 5. Dezember. Warum gerade Rückenschmerzen für die niedergelassene Orthopädie ein zentrales Thema bleiben, wann ...