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Seltene Muskelkrankheiten

Myotone Dystrophie Typ 1

Die myotone Dystrophie Typ 1 (DM1) ist die häufigste Form der Muskeldystrophie im Erwachsenenalter und tritt auch im Kindesalter vergleichsweise häufig auf. Es handelt sich um eine komplexe Multisystemerkrankung mit ausgeprägter klinischer Heterogenität, die sich in einem variablen Erkrankungsbeginn sowie in einer unterschiedlich stark ausgeprägten Muskel- und Organbeteiligung manifestiert.1 Mit einer geschätzten Prävalenz zwischen 1:8000 und 1:2100 zählt sie zu den häufigeren seltenen Erkrankungen.1,2

Die DM1 wird durch eine CTG-Trinukleotid-Repeat-Expansion im Dystrophia-myotonica-protein-kinase-Gen (DMPK-Gen) auf Chromosom 19 verursacht. Diese Expansion führt zu verlängerten mRNA-Abschnitten, die im Zellkern akkumulieren. Durch Fehlfaltung dieser verlängerten mRNA werden Proteine wie „muscleblind-like“ (MBNL) gebunden. Da MBNL für die Regulation des Prä-mRNA-Spleißens verantwortlich ist, kommt es bei einer Fehlfunktion zu fehlerhaften mRNA-Isoformen, wodurch Proteine nicht korrekt gebildet werden können. Das Fehlen von MBNL führt zu Spleißfehlern zahlreicher Transkripte unterschiedlichster Gene, was die große Bandbreite der klinischen Symptome erklärt.1

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