Gründung einer wissenschaftlichen Allianz gegen die Epidemie von Herzerkrankungen
Kontakt:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Lukas J. Motloch
Tel.: 0664 834 54 88
E-Mail: lukas.motloch@ooeg.at
Website: www.atcardio.at
Safe Hearts Allianz fordert evidenzbasierte Präventionsoffensive: Medizinische Fachgesellschaften legen Fahrplan für eine moderne Gesundheitsvorsorge vor.
Vier führende österreichische medizinische Fachgesellschaften schließen sich zur Safe Hearts Allianz zusammen und fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der Gesundheitsvorsorge. In einem kürzlich veröffentlichten Manifest legen die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG), die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN), die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) einen evidenzbasierten Fahrplan vor, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere kardiorenal-metabolische Erkrankungen (Herz-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen) wirksamer zu verhindern.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Österreich. Nach Ansicht der Allianz verfügt Österreich zwar über ein leistungsfähiges Gesundheitssystem, schöpft das Potenzial der Prävention jedoch bei Weitem nicht aus. Während die medizinische Versorgung im Krankheitsfall international gut abschneidet, bestehen insbesondere bei der Vermeidung von Erkrankungen und der frühzeitigen Risikoerkennung erhebliche Defizite.
„Österreich braucht einen Paradigmenwechsel: weg von einer vorwiegend reparativen Medizin hin zu einer Gesundheitsvorsorge, die sich konsequent an wissenschaftlicher Evidenz orientiert“, betonen die Vertreterinnen und Vertreter der Safe Hearts Allianz.
Prävention modernisieren – Chancen jetzt nutzen
Besonders dringenden Handlungsbedarf sieht die Allianz bei der Vorsorgeuntersuchung. Diese wurde zuletzt im Jahr 2005 grundlegend überarbeitet und bildet nach Auffassung der Fachgesellschaften den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand insbesondere für das kardiorenal-metabolische Risiko nicht mehr ausreichend ab.
Die Allianz begrüßt ausdrücklich die über den Gesundheitsreformfonds vorgesehenen Investitionen in Prävention und Vorsorgeprogramme. Nun gelte es, diese Mittel rasch und zielgerichtet einzusetzen. Langwierige Evaluierungsprozesse dürften notwendige Reformen nicht weiter verzögern.
Wissenschaft liefert konkrete Lösungen
Die Safe Hearts Allianz versteht sich als interdisziplinäre wissenschaftliche Plattform und bietet den politischen Entscheidungsträgern konkrete Unterstützung bei der Umsetzung an. Innerhalb der kommenden drei Monate wird die Allianz zwei zentrale Instrumente vorlegen:
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eine evidenzbasierte Konsensusempfehlung für die Weiterentwicklung der österreichischen Vorsorgeuntersuchung mit besonderem Fokus auf das kardiorenal-metabolische Risikoprofil,
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einen methodischen Leitfaden für die regelmäßige wissenschaftliche Evaluierung und Aktualisierung der Vorsorgeuntersuchung.
Damit sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse künftig systematisch und transparent in die Gesundheitsvorsorge einfließen.
Prävention braucht auch politische Entscheidungen
Neben der Modernisierung der Vorsorgeuntersuchung fordert die Allianz entschlossene politische Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebenswelten. Dazu zählen insbesondere wirksame Strategien in den Bereichen Ernährung, Tabakkontrolle, Alkoholprävention und Bewegungsförderung.
„Prävention darf nicht länger von Zuständigkeitsgrenzen oder politischen Interessen ausgebremst werden. Evidenz muss zur Grundlage gesundheitspolitischer Entscheidungen werden. Nur so kann Österreich die Zahl der vermeidbaren Todesfälle nachhaltig senken und wichtige Präventionsziele erreichen“, so die Safe Hearts Allianz.
Die Allianz bietet ihre medizinisch-wissenschaftliche Expertise ausdrücklich als Partner für Politik und Gesundheitssystem an, um Präventionsprogramme künftig gemeinsam evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
Die Safe Hearts Allianz
Die Safe Hearts Allianz ist ein Zusammenschluss der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG), der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN), der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM).
Ziel der Allianz ist es, die Prävention und Früherkennung kardiorenaler und metabolischer Erkrankungen in Österreich auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Evidenz weiterzuentwickeln und dadurch die vorzeitige Sterblichkeit nachhaltig zu reduzieren. (red)
Quelle:
Presseaussendung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG)
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