Venöse Thromboembolien bei ambulanten Patienten

<p class="article-intro">In einer kanadischen Studie wurden 1897 Patienten mit bestätigter venöser Thromboembolie (VTE) auf Risikofaktoren untersucht (ISTH-Abstr. #OC48.4). 73,7 % der Patienten waren in ambulanter Behandlung, 23,1 % waren einer Operation unterzogen worden und 36,8 % waren innerhalb der vorangegangenen drei Monate stationär behandelt worden.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Fatale Lungenembolien traten bei ambulanten Patienten h&auml;ufiger als im station&auml;ren Umfeld auf, wenn die Patienten aufgrund von Demenz oder Querschnittsl&auml;hmung chronisch immobilisiert waren. Francesco Dentali, Hamilton/Kanada, und Kollegen untersuchten daher in einer eingebetteten Fallkontrollstudie die Risikofaktoren f&uuml;r das Auftreten einer VTE bei ambulanten Patienten und entwickelten einen Risiko-Score, um Patienten mit diversen Risikoprofilen zu identifizieren.<br /><br /> Als Datenquelle diente die &bdquo;Health Search &ndash; IMS Health Longitudinal Patients Database&ldquo;, in die mehr als 1000 Haus&auml;rzte Daten einspeisen. Zwei Drittel der Daten wurden f&uuml;r die Entwicklung des Risikos-Scores und ein Drittel f&uuml;r die Validierung eingesetzt. Zudem wurde die &bdquo;Mille in Rete&ldquo;-Datenbank als unabh&auml;ngige externe Datenquelle f&uuml;r die Validierung herangezogen.<br /> 1359880 Patienten entsprachen den Einschlusskriterien. W&auml;hrend der Beobachtungsphase wurden 16 317 F&auml;lle von VTE mit einer Inzidenzrate von 1,38 per 1000 Patientenjahre identifiziert. Von den geeigneten Patienten wurden 897 521 bzw. 462 359 Patienten randomisiert zur Bildung der Kohorte f&uuml;r die Entwicklung des Risikoscores und der Validierungskohorte ausgew&auml;hlt. Mit der Einteilung des Scores in Dezilen und der Anwendung auf die Validierungskohorte konnte der Score 27,9 % der Variationen f&uuml;r das VTE-Auftreten erkl&auml;ren. Bez&uuml;glich der Diskriminierung wurde eine AUC von 0,82 (95 % CI: 0,82&ndash;0,83) erreicht. Die Kalibrierung zeigte einen Standardfehler unter 10 % bei 70 % der Population. Die Ergebnisse der Sensitivit&auml;tsanalyse best&auml;tigten im Gro&szlig;en und Ganzen die Ergebnisse der prim&auml;ren Analyse. Damit demonstrierte der von ihnen entwickelte klinische Score eine gute Genauigkeit in der Vorhersage des VTE-Risikos in diesem Setting, so Dentali.</p> <p><span class="link-color"><a class="article-link" href="../fachthemen/8791" data-locked="0">zur&uuml;ck zum Themenschwerpunkt zum ISTH 2017 Congress</a></span></p></p>
Back to top