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Risikofaktoren für den Progress von niedrigen zu hohen Inhibitortitern

<p class="article-content"><p>Die Entwicklung von Inhibitoren wurde in diversen Studien bei vielen vorher unbehandelten Patienten mit schwerer H&auml;mophilie A beobachtet. Inhibitor-Erkrankungen, die in niedrigen Titern vorliegen, wandeln sich durch FVIII-Reexposition m&ouml;glicherweise zu solchen mit hohen Titern. Was diesen Progress von niedrigen zu hohen Titern triggert, ist bislang nicht bekannt. In einer italienischen Studie untersuchten Maria Elisa Mancuso, Mailand/ Italien, und Kollegen daher 260 Kinder mit schwerer H&auml;mophilie A und klinisch relevanten Inhibitoren auf Risikofaktoren f&uuml;r den &Uuml;bergang von niedrigen auf hohe Titer (ISTH- Abstr. #ASY23.2). Etwa die H&auml;lfte der 241 Patienten, deren Daten auswertbar waren, hatte bei Diagnose hohe Titer, die andere H&auml;lfte hatte niedrige Titer. Zum Ende der dreij&auml;hrigen Nachbeobachtungszeit zeigten 74 % der Patienten hohe und 26 % der Patienten niedrige Inhibitortiter, d.h., 46 % der Patienten mit niedrigen Titern hatten hohe Inhibitortiter entwickelt. Dies geschah innerhalb von median 2,9 Monaten nach Inhibitordiagnose. Risikofaktoren waren Null-FVIII-Mutationen (OR: 2,6), Inhibitoren in der Familienanamnese (OR: 7,2) und eine hoch dosierte ITI(&bdquo;immune tolerance induction&ldquo;)-Therapie (HR: 2,0). Eine intensive ITI-Therapie mit FVIII-Infusionen, definiert als &ge;45IU/kg wenigstens dreimal pro Woche f&uuml;r eine Dauer von mindestens 1 Monat (t&auml;gliche Infusionen) bzw. 3 Monaten (nicht t&auml;glich verabreichte Infusionen), war bei 214 Patienten begonnen worden. Bei 103 Patienten mit niedrigen Titern hatte sich der Titer in 20 % der F&auml;lle vor Start der ITI erh&ouml;ht und in 37 % der F&auml;lle danach. Es wurde kein Unterschied f&uuml;r den Progress von niedrigen zu hohen Titern zwischen verschiedenen Substanzen f&uuml;r die FVIII-Reexposition oder f&uuml;r das ITI-Regime gesehen. Auch der ITI-Start innerhalb von zwei Wochen nach Inhibitordiagnose verglichen mit einem sp&auml;teren Beginn der ITI machte keinen Unterschied in Bezug auf die Progressionsrate. Die mediane Zeit bis zum ersten Progress zu einem hohen Titer war bei Kindern, die bei der Reexposition mit einem intensiven Regime behandelt wurden, vergleichbar mit der Zeit bei Kindern, die mit einem nicht intensiven Regime behandelt wurden.<br /> Bei niedrigen Inhibitortitern stimuliert eine Antigen&uuml;berlastung m&ouml;glicherweise die Immunantwort weiter, so Mancuso. Eine initiale Therapiestrategie mit Hochdosis-ITI solle daher bei Patienten mit niedrigem Inhibitortiter vermieden werden.</p> <p><span class="link-color"><a class="article-link" href="../fachthemen/8791" data-locked="0">zur&uuml;ck zum Themenschwerpunkt zum ISTH 2017 Congress</a></span></p></p>
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