Pirtobrutinib plus VR ist neue potenzielle Therapieoption bei rezidivierter CLL
Bericht: Dr. Ine Schmale
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Die chronische lymphatische Leukämie ist die häufigste Leukämie in der westlichen Welt, aber es wurde noch keine Therapie gefunden, die zur Heilung führt. Mit der zusätzlichen Gabe von Pirtobrutinib zu Venetoclax plus Rituximab über eine fixe Therapiedauer wird die Prognose im Rezidiv erneut verbessert.
In der offenen, randomisierten Phase-III-Studie BRUIN CLL-322 erhielten insgesamt 639 Patient:innen mit rezidivierter oder refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) den ersten nicht kovalenten BTK-Inhibitor Pirtobrutinib in Kombination mit Venetoclax plus Rituximab (PVR) für 28 Zyklen oder im Kontrollarm Venetoclax plus Rituximab (VR) für 25 Zyklen. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS).
Die Patient:innen waren 67–68 Jahre alt und hatten im Median 2 vorangegangene Therapielinien erhalten. Im Vorfeld der Studie wurden 80% der Patient:innen mit einem kovalenten BTK-Inhibitor behandelt.
Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 27,3 Monaten war der Median für das progressionsfreie Überleben (PFS) im PVR-Arm noch nicht erreicht und betrug 39,7 Monate mit VR. Das Risiko für einen Progress oder Tod wurde mit Pirtobrutinib um 45% reduziert (HR: 0,55; 95% CI: 0,40–0,75; p=0,0001). Die PFS-Rate nach 24 Monaten betrug 86,9% mit Pirtobrutinib und 71,8% ohne Pirtobrutinib. Bei 8 Patient:innen im PVR-Arm versus 16 Patient:innen im VR-Arm trat eine Richter-Transformation auf.
Auch Patient:innen mit progredienter Erkrankung unter einer vorangegangenen BTK-Inhibitor-Therapie und insbesondere solche mit nur einer Therapielinie und Progress unter dem BTK-Inhibitor profitierten von Pirtobrutinib. Die Zeit bis zur nächsten Therapielinie (TTNT) wurde durch Pirtobrutinib verzögert. Nach 24 Monaten hatten 87,7% versus 77,2% keine weitere Therapie begonnen. Das Risiko für den Beginn der nächsten Therapielinie wurde um 50% reduziert (HR: 0,50; 95% CI: 0,35–0,70; p<0,0001). Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 30,6 Monaten für das Gesamtüberleben (OS) wurde in der präsentierten Zwischenanalyse kein Unterschied gesehen (HR: 0,89; 95% CI: 0,57–1,40; p=0,6157). Nach 24 Monaten lag die OS-Rate bei 90,6% versus 89,2%. Ein Wechsel vom Kontrollarm in den experimentellen Studienarm war nicht erlaubt.
Die Ansprechrate betrug 88,5% (PVR) versus 83,3% (VR). Komplettremissionen wurden bei 31,8% versus 23,3% der Patient:innen beobachtet. Die Analyse der minimalen Resterkrankung (MRD) bei den bisher auswertbaren Daten zum Ende der Therapie weisen auf tiefere Remissionen mit Pirtobrutinib hin. PVR wurde gut toleriert, mit einem Sicherheitsprofil, das den einzelnen Substanzen entspricht. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet.
Fazit
Die Ergebnisse der BRUIN CLL-322-Studie bestätigen PVR als eine potenzielle neue Therapieoption für Patient:innen mit vorbehandelter CLL.
Quelle:
Davids M et al.: Fixed-duration pirtobrutinib plus venetoclax-rituximab versus venetoclax-rituximab for patients with previously treated CLL/SLL: a phase 3, randomized trial (BRUIN CLL-322). EHA 2026; Abstr. #LB5001
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