Frühe Gabe von Ropeginterferon verbessert Wirksamkeit und Sicherheit
Bericht: Dr. Ine Schmale
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Die Interferonbehandlung von Patient:innen mit essenzieller Thrombozythämie mit hohem Risiko nach Resistenz oder Intoleranz gegenüber Hydroxurea sollte frühzeitig und nicht erst nach einer Therapie mit Anagrelid erfolgen, so das Ergebnis der Phase-III-Studie SURPASS mit 2-jähriger Nachbeobachtungszeit.
Die essenzielle Thrombozythämie (ET) ist charakterisiert durch eine Überproduktion von Blutplättchen und Leukozyten, ein erhöhtes Risiko für Thrombosen und Blutungen sowie den potenziellen Progress zu einer Myelofibrose oder einer sekundären akuten myeloischen Leukämie (AML). Die Phase-III-Studie SURPASS-ET wurde initiiert, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Ropeginterferon-α2b (Ropeg) im Vergleich mit der Anagrelid-Therapie bei Patient:innen mit Hochrisiko-ET und Hydroxyurea(HU)-Resistenz oder -Intoleranz zu untersuchen. Insgesamt erhielten 119 Patient:innen Ropeg (alle 2 Wochen) oder Anagrelid (täglich) für einen Zeitraum von 52 Wochen. Nach 4 Wochen Nachbeobachtungszeit konnten Patient:innen an einer Extensionsstudie teilnehmen und entweder weiterhin Ropeg erhalten, was von 80 Patient:innen wahrgenommen wurde, oder zu Ropeg wechseln, was 39 Patient:innen taten. Die Analyse für den primären Studienendpunkt wurde in den Monaten 9 und 12 durchgeführt.
Mit einer Nachbeobachtungszeit von nahezu 24 Monaten waren noch 84,6% der Patient:innen mit früher Ropeg-Gabe versus 41,0% mit späterer Ropeg-Gabe unter Studienmedikation. Mit der frühen Ropeg-Gabe wurden modifizierte ELN-Ansprechraten von 49,0% nach 15 Monaten, 56,6% nach 18 Monaten, 62,1% nach 21 Monaten und 58,6% nach 24 Monaten beobachtet. Bei Gabe von Ropeg nach einem Jahr Anagrelid lagen die Ansprechraten für die gleichen Zeitpunkte bei 32,0%, 59,1%, 41,7% und 62,5%. Die periphere Blutbildremission erfolgte bereits ab dem dritten Monat unter Ropeg und stieg nach dem Wechsel auf Ropeg auch im Anagrelid-Arm an. Die JAK2-V617F-Allellast lag über den gesamten Studienzeitraum im Ropeg-Arm konsistent unterhalb der Allellast im Anagrelid-Arm. Nach dem Wechsel von Anagrelid zu Ropeg wurden häufiger therapieassoziierte Nebenwirkungen Grad ≥3 und klinisch relevante Nebenwirkungen berichtet im Vergleich zur kontinuierlichen Ropeg-Therapie.
Fazit
Die 2-Jahres-Daten der SURPASS-Studie zeigen eine anhaltende Wirksamkeit und Sicherheit mit Ropeginterferon-α2b. Der frühe Einsatz der Interferontherapie war assoziiert mit tieferen molekularen Remissionen und numerisch verbesserter Krankheitskontrolle im Vergleich mit den Ergebnissen bei Patient:innen, die vor dem Wechsel zu Ropeg ein Jahr Anagrelid erhalten hatten.
Quelle:
Gill H et al.: Early versus delayed initiation of ropeginterferon alfa-2b in high-risk essential thrombocythemia: two-year results from the phase 3 SURPASS-ET study. EHA 2026; Abstr. #S219
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