Die Hämophilie in Österreich

<p class="article-intro">Das Österreichische Hämophilie-Register hat zum Ziel, die demografische Charakteristik von Patienten mit Hämophilie in Österreich zu untersuchen. Zudem werden Therapieoptionen und Nebenwirkungen beobachtet. Judit Rejtö, Medizinische Universität Wien, und Kollegen präsentierten beim ISTH 2017 in Berlin eine aktualisierte Auswertung der erfassten Daten.</p>
<hr /> <p class="article-content"><p>Das &Ouml;sterreichische H&auml;mophilie-Register wurde 2007 als nationales Patientenregister initiiert. Alle H&auml;mophiliepatienten von acht &ouml;sterreichischen Zentren wurden eingeschlossen. Jedes Jahr werden die aktuellen Daten ausgewertet.<br /> Bis Ende J&auml;nner 2017 wurden 796 Patienten in das Register aufgenommen, von denen 670 Patienten (84 % ) eine H&auml;mophilie A und 126 (16 % ) eine H&auml;mophilie B aufwiesen. Das mediane Alter betr&auml;gt 35 Jahre. 19,5 % der eingeschlossenen Population sind unter 18 Jahre alt. Eine schwere H&auml;mophilie (Faktor- Spiegel &lt;1 % ) wurde bei 39 % der Patienten festgestellt, 10 % zeigen eine moderate H&auml;mophilie (Faktor-Spiegel 1&ndash;5 % ) und 50,5 % eine milde H&auml;mophilie (Faktor-Spiegel 5&ndash;50 % ).<br /> Bei 83 % der Patienten war das Alter bei H&auml;mophilie- Diagnose bekannt. Patienten mit schwerer H&auml;mophilie erhielten die Diagnose h&auml;ufig im ersten Lebensjahr, Patienten mit milder H&auml;mophilie haupts&auml;chlich nach dem 4. Lebensjahr, besonders viele erst als junge Erwachsene.<br /> Daten zur Behandlung zeigen bei schwerer H&auml;mophilie mehrheitlich eine Prophylaxe (70,5 % ) und nur bei etwa einem Viertel der Patienten (26,5 % ) eine Behandlung nach Bedarf. Die prophylaktische Behandlung wird h&auml;ufiger bei Kindern und Jugendlichen (91 % ) als bei Erwachsenen mit schwerer H&auml;mophilie (63 % ) angewendet. 67 % der Patienten erhalten ein rekombinantes und 25 % ein plasmagewonnenes Faktorkonzentrat. BPA (&bdquo;bypassing agents&rdquo;) werden bei 3 % der Patienten eingesetzt. Bei Kindern mit schwerer H&auml;mophilie wird in 73,3 % der F&auml;lle auf einen rekombinant hergestellten Faktor und in 22,2 % auf aus Plasma gewonnene Konzentrate zur&uuml;ckgegriffen. BPA werden in 2,2 % der F&auml;lle ben&ouml;tigt. 37,2 % aller Patienten mit schwerer H&auml;mophilie sind mit HCV und 12,3 % mit HIV infiziert. Derzeit haben 3,3 % aller H&auml;mophilie-A-Patienten und 6,7 % der Patienten mit schwerer H&auml;mophilie A Inhibitoren entwickelt. Etwa die H&auml;lfte dieser Patienten zeigt einen hohen Inhibitor- Titer.</p>

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