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Das „Ausbrennen“ des T-ALL-Motors: NADK ist ein neues therapeutisches Ziel bei akuter lymphatischer T-Zell-Leukämie
Jatros Digital
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17.06.2019
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<p class="article-intro">Die intrazelluläre Domäne von NOTCH1 scheint NADK zu aktivieren, um die Produktion von NADP+/NADPH zu steigern. Dies ist eine Funktion, die zur Unterstützung seiner proliferativen Wirkungen erforderlich ist. NADK ist somit ein mutmaßlich neuartiges therapeutisches Angriffsziel für NOTCH1-getriebene T-ALL und möglicherweise andere NOTCH1-getriebene Krebsarten.</p>
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<p class="article-content"><p>Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist die häufigste pädiatrische Krebsart mit einem kumulativen Risiko bei rund 1:2.000 Kindern bis zum Alter von 15 Jahren. Die Inzidenz in den letzten 30 Jahren ist zunehmend. Aktivierende Mutationen im <em>NOTCH1</em>-Gen wurden in mehr als 60 % der Fälle von T-ALL gefunden und werden therapeutisch mit Verbindungen wie γ-Sekretasehemmern (GSIs) und NOTCH-hemmenden Antikörpern (mAbs) behandelt. Diese Studie wurde zur Identifikation von therapeutischen Schwachstellen von Notch1-getriebener T-ALL entwickelt.</p> <p>Zur genetischen Identifikation der Schwachstellen von NOTCH1-gesteuerter T-ALL wurde ein CRISPR-Cas9-Dropout-Screen verwendet. Darunter befand sich auch die Nukleotidkinase NADK. Dies ist eine bekannte therapeutische Schwachstelle von T-ALL, die nun in der nachfolgenden Studie untersucht wurde. Diese umfassten die <em>in-vitr</em>o- und <em>in-vivo</em>-Validierung von NADK als therapeutisches Ziel unter Verwendung von CRISPR gRNA und eines Verbindungsinhibitors sowie die Untersuchung seiner Funktion und Beziehung zur NOTCH1-Aktivierung unter Verwendung verschiedener Ansätze.</p> <p>In den T-ALL-Zelllinien wurde ein genombreites CRISPR-Cas9-Screening durchgeführt. Sie wurden durch NOTCH1-Überexpression (Jurkat, CEM-CCRF) oder Mutation (PEER) gesteuert, in einer Linie, die nicht von NOTCH1 (Loucy) abhängig war. Es wurden 69 NOTCH-spezifische essenzielle Gene identifiziert, einschließlich bekannter Akteure in NOTCH-Signalen wie <em>NOTCH1, RBPJ, BCL11B, GATA3</em> und <em>CTPB1</em>. Es wurde auch eine separate Gruppe von Genen identifiziert, die mit zellulären Signalwegen assoziiert sind, die an der Reduktion der reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) beteiligt sind. Eines davon war <em>NADK</em>, das Gen für Nicotinamid-Adenin-Dinukleotidkinase.</p> <p><em>NADK</em> treibt die Umwandlung von NAD<sup>+</sup> in NADP<sup>+</sup> voran, das in seiner reduzierten Form (NADPH) zur Senkung der ROS-Spiegel durch die Produktion von reduziertem Glutathion verwendet wird. Die Exposition von Loucy (NOTCH1-WT) gegenüber H<sub>2</sub>O<sub>2</sub> zeigte, dass es nicht in der Lage war, die intrazellulären ROS-Spiegel so effizient zu senken wie NOTCH1-getriebene Linien, was auf eine erhöhte NADK-Aktivität in letzteren hindeutet. Dementsprechend waren die intrazellulären NADP<sup>+</sup>/NADPH-Spiegel in NOTCH1-getriebenen Zelllinien signifikant höher als in Loucy. Zusätzlich führte die pharmakologische oder genetische Hemmung von NADK zu einem signifikanten Anstieg der ROS-Spiegel in den NOTCH1-getriebenen Jurkat-Zellen, während Loucy-Zellen nicht betroffen waren.</p> <p>Es wurde zuvor berichtet, dass sowohl in menschlichen als auch in Maus-T-ALL-Zellen die intrazelluläre Domäne von NOTCH1 (NiCD) die Produktion von ROS-Spiegeln unterdrückt. Dies wurde durch den Nachweis bestätigt, dass die intrazellulären Spiegel von NADP<sup>+</sup>/NADPH um mehr als das Zweifache anstiegen, wenn das humane NiCD in Loucy überexprimiert wurde. <em>In-vivo</em>-Experimente zeigten, dass die genetische oder pharmakologische Hemmung von NADK die Leukämieproliferation verringerte und das Überleben von Mäusen, die mit Jurkat oder PEER, nicht aber mit Loucy xenotransplantiert waren, signifikant verlängerte. Die Studienautoren nehmen an, dass NOTCH1 die ROS-Entgiftung durch NADK-Aktivierung fördert, eine Funktion, die zur Unterstützung der proliferativen Wirkung erforderlich ist. Dies definiert NADK als therapeutische Schwachstelle bei NOTCH1-gesteuerter T-ALL.</p> <p>Die Studienergebnisse legen nahe, dass die intrazelluläre Domäne von NOTCH1 NADK aktiviert, um die Produktion von NADP<sup>+</sup>/NADPH zu steigern, eine Funktion, die zur Unterstützung seiner proliferativen Wirkungen erforderlich ist. Somit wäre NADK ein mutmaßlich neuartiges therapeutisches Ziel für NOTCH1-getriebene T-ALL und möglicherweise andere NOTCH1-getriggerte Krebsarten.</p> <p> </p></p>
<p class="article-footer">
<a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a>
<div class="collapse" id="collapseLiteratur">
<p>De Braekeleer E et al.: The nucleotide kinase NADK constitutes a metabolic vulnerability of NOTCH1-driven T-ALL. EHA 2019, Abstract S857</p> <p><br /><a href="https://at.universimed.com/fachthemen/1000001419">zurück zum EHA 2019 Newsroom</a></p>
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