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Highlights vom Jahrestreffen der IUGA 2015
Jatros
Autor:
Dr. Marianne Koch
Universitätsklinik für Frauenheilkunde<br/> Medizinische Universität Wien<br/> E-Mail: marianne.koch@meduniwien.ac.at<br/> Quelle:<br/> IUGA-Kongress 2015, 9.–13. Juni 2015, Nizza
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24.09.2015
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<p class="article-intro">Das diesjährige Jahrestreffen der International Urogynecological Association (IUGA) fand von 9. bis 13. Juni in Nizza, Frankreich, statt. Österreichische Vertreter aus dem Bereich Urogynäkologie waren wieder stark präsent und konnten sich erneut in die internationale Agenda einbringen. Neben zahlreichen praxisorientierten Workshops beinhaltete das Programm unter anderem wissenschaftliche Präsentationen und Diskussionen aus allen Bereichen der Urogynäkologie sowie Impulsvorträge und die jährliche IUGA-Vorstandssitzung. </p>
<hr />
<p class="article-content"><p>Die IUGA feierte dieses Jahr im Rahmen des Jahrestreffens in Nizza ihr vierzigjähriges Bestehen. Gegründet 1975 mit der Mission, die Urogynäkologie in die gesamte Welt zu tragen, erreicht die IUGA mittlerweile 3.000 Mitglieder aus 70 Ländern. Im Rahmen von diversen Ausbildungsprojekten wird urogynäkologisches Wissen seit vierzig Jahren im internationalen Austausch vermittelt und intensiviert.</p> <h2>Großes Angebot an praxisnahen Workshops</h2> <p>Das Jahrestreffen wurde auch dieses Jahr mit einer großen Auswahl an praxisorientierten Workshops eröffnet. Zwei dieser Workshops waren von der österreichischen Delegation organisiert bzw. mitgestaltet worden. „Publishing and reviewing - tips and tricks from the editors“ wurde zum wiederholten Male erfolgreich unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Riss, Editor-in-Chief des „International Urogynecology Journal“ (IUJ), angeboten. Neben Vorträgen zur Methodik des Publizierens konnten sich die Teilnehmer mit den Editoren des IUJ in einer praktischen Übung mithilfe von Manuskript- und Reviewbeispielen austauschen.<br /> <br /> Im Workshop „Prolapse-using POP-Q (Pelvic Organ Prolapse Quantification System) and understanding pelvic anatomy“ unter der Leitung von Dr. Thomas Aigmüller hatten Teilnehmer die Gelegenheit, sich in praktischen Übungen am Beckenmodell mit der Beckenbodenanatomie auseinanderzusetzen. Dazu wurden in einem innovativen Konzept Beckenbodenstrukturen mithilfe von Materialien wie Filz und Bändern nachgebaut. Auch die Anwendung des POP-Q anhand eines Filzscheidenmodells mit eingenähten Knöpfen, welche die Punkte des POP-Q repräsentieren, fand großen Anklang unter den Teilnehmern und trug zu einem besseren Verständnis des POP-Q-Konzepts bei. <br /> <br /> Wiederum sehr großen Anklang fand der jährliche „Fellows’ Day“. Speziell zugeschnitten auf junge Urogynäkologen in Ausbildung gab es die Möglichkeit, urogynäkologische laparoskopische Techniken in einem eigens errichteten „laparoscopy lab“ zu trainieren und in Kleingruppen Beckenbodenstrukturen mithilfe von Plastilin nachzubauen. Vorträge, Diskussionen und „Networking“ untereinander rundeten das Programm ab.</p> <h2>Wissenschaftliche Highlights</h2> <p>Aus über 700 eingereichten Abstracts, einem Rekord in der Geschichte der IUGA, wählte das IUGA Scientific Committee rund 150 Arbeiten zur Präsentation aus. E-Poster waren zusätzlich während des gesamten Kongresses auf bereitgestellten Bildschirmen einsehbar.<br /> <br /> Das wissenschaftliche Programm wurde mit Podiumspräsentationen zum Thema Prolaps eingeleitet. Eine niederländische Gruppe präsentierte Ergebnisse eines „long-term“ Follow-ups (sieben Jahre) einer multizentrischen randomisierten Studie, in welcher trokargeführte „Mesh“-Operationen mit konventionellen vaginalen Plastiken bei rezidivierendem Prolaps verglichen wurden. Die Autoren schlussfolgerten, dass die Gesamterfolgsraten beider Techniken sieben Jahre nach der Operation gleichwertig waren (jeweils 60 % ).<sup>1</sup> <br /> <br /> Eine weitere randomisierte Studie untersuchte die Wahrscheinlichkeit des Rezidivs eines Vaginalprolapses 24 Monate nach uterosakraler Suspension des apikalen Kompartments im Vergleich der Anwendung von resorbierbarem (PDS<sup>®</sup>) versus nicht resorbierbarem (Prolene<sup>®</sup>) Nahtmaterial. Es zeigte sich eine geringere Rate an Rezidiven bei Anwendung des nicht resorbierbaren Nahtmaterials.<sup>2</sup><br /> <br /> Einen weiteren wissenschaftlichen Themenschwerpunkt stellten Schwangerschaft und Geburt in Zusammenhang mit Beckenbodensymptomatik dar. Eine Studie untersuchte den Effekt von vaginalen Geburten auf anorektale Funktionen bei Frauen, welche bereits im Rahmen einer vorherigen Geburt eine Verletzung des Sphincter ani (OASI) erlitten hatten. Die Autoren erstellten ein standardisiertes Protokoll zur Erhebung der anorektalen Symptomatik/Physiologie in diesem Kollektiv (Inkontinenz, Ausmaß der Sphinkternarbe, analer Verschlussdruck) und erstellten nach einem Scoring-Schema Empfehlungen zu einer weiteren vaginalen Geburt versus einer elektiven Sectio. Patientinnen, welche die jeweilige Empfehlung befolgten, zeigten keine Verschlechterung der anorektalen Funktion 12 Wochen post partum.<sup>3</sup><br /> <br /> Den Preis für das beste Abstract erhielt dieses Jahr eine Arbeit aus dem Bereich der Grundlagenforschung zum Thema genetische Assoziation von Stress- und Dranginkontinenz. Cartwright et al untersuchten im Rahmen einer „genome wide association study“ an über 13.000 Frauen mögliche Assoziationen zwischen bestimmten Genloci und Inkontinenz. Die Gene MARCO (kodierend für den Makrophagenrezeptor) und EDN1 (kodierend für Endothelin) zeigten eine starke Assoziation zu sowohl Stress- als auch Dranginkontinenz und repräsentieren damit die ers­ten beiden replizierten Genloci, welche in Zusammenhang mit Inkontinenz identifiziert wurden.<sup>4</sup></p> <h2>Ausblick</h2> <p>Im Rahmen der IUGA-Vorstandssitzung wurde unter anderem angekündigt, in Zukunft mehr Raum für exzellente wissenschaftliche Präsentationen aus dem Bereich der Grundlagenforschung zu schaffen. <br /> <br /> Diskutiert wurde zudem ein kurz vor dem Jahrestreffen publizierter Report der Europäischen Kommission zur Sicherheit der Anwendung von Vaginalnetzen („mesh“). Eine daraufhin gebildete Arbeitsgruppe der IUGA verfasste einen Kommentar zu dieser Thematik, welcher im August 2015 an die Europäische Kommission weitergeleitet wurde (http://iugasource.com/emails/2015/images/scooparticle072415.pdf). <br /> <br /> Das 41. Jahrestreffen der IUGA wird von 2. bis 6. August 2016 in Kapstadt, Südafrika, stattfinden.</p></p>
<p class="article-quelle">Quelle: Universitätsklinik für Frauenheilkunde<br/>
Medizinische Universität Wien<br/>
E-Mail: marianne.koch@meduniwien.ac.at<br/>
Quelle:<br/>
IUGA-Kongress 2015, 9.–13. Juni 2015, Nizza
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<p class="article-footer">
<a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a>
<div class="collapse" id="collapseLiteratur">
<p><strong>1</strong> Damoiseaux A et al: Long-term follow-up (7 years) of a randomized controlled trial: trocar-guided mesh compared with conventional vaginal repair in recurrent pelvic organ prolapse. Int Urogynecol J 2015; 26: 23-25<br /><strong>2</strong> Urzúa MJ et al: Permanent versus delayed absorbable suture in uterosacral ligament suspension for the apical compartment: a prospective randomized study with a 24 months mean follow-up. Int Urogynecol J 2015; 26: 27-29<br /><strong>3</strong> Jordan PA et al: Effect of subsequent vaginal delivery on bowel symptoms and anorectal function in women who sustained a previous obstetric anal sphincter injury (OASI). Int Urogynecol J 2015; 26: 45-46<br /><strong>4</strong> Cartwright R et al: Identification of two novel genomic loci associated with stress and urgency urinary incontinence in a genom wide association study. Int Urogynecol J 2015; 26: 53-54</p>
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