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Der Bogen ist überspannt

<p class="article-intro">Die Protestmaßnahmen der Ärztekammern sind Ausdruck massiver Ablehnung der von der Legislative geplanten Eingriffe in das Gesundheitswesen.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Ohne Mitsprache der &Auml;rzteschaft, welche naturgem&auml;&szlig; neben den Patienten die Hauptbetroffene einer jeden Gesundheitsreform sein muss, sollen zu unserem Nachteil ohne R&uuml;cksicht auf Verluste bedenkliche Reformen durchgepeitscht werden. &Uuml;berfl&uuml;ssig zu sagen, dass die Betreiber dieser Reform der Medizin ziemlich fernstehen: n&auml;mlich Wirtschafts- und Sozialb&uuml;rokraten von Kammern, Ministerien, Parteien und Gewerkschaften.<br /><br />Dementsprechend sieht der Inhalt der Artikel-15a-Vereinbarung aus: So sollen z.B. niedergelassene &Auml;rzte allm&auml;hlich durch Prim&auml;rversorgungseinheiten (PVE, auch als &bdquo;Primary Healthcare Center&ldquo;, PHC, bekannt) ersetzt werden. Der Vereinbarung zufolge sind Einzelordinationen k&uuml;nftig nicht mehr erw&uuml;nscht und sollen sukzessive abgebaut werden. ELGA und ICD-Codierungen werden von allen zwingend zu verwenden sein. Auch die Niederlassung von Privat&auml;rzten/Wahl&auml;rzten soll reglementiert werden, gegebenenfalls soll das Wahlarztsystem sogar abgeschafft werden.<br /><br />Sowohl &Auml;rzten als auch Patienten droht stete Bevormundung durch die Einf&uuml;hrung von &bdquo;Lotsensystemen&ldquo;, welche au&szlig;erdem mit hohem Administrationsaufwand verbunden sein werden. Die Demontage der &auml;rztlichen Entscheidungsfunktion und der Ersatz derselben durch die geplante zwingende Mitsprache nicht &auml;rztlicher und auch medizinferner Berufsgruppen sind zu bef&uuml;rchten. Damit nicht genug, sollen auch zus&auml;tzliche Kontrollinstanzen (Bundesgesundheitsagentur und Landesgesundheitsfonds) mit Durchgriffsrecht in der Entscheidungshoheit von Spit&auml;lern und Ordinationen geschaffen werden.<br /><br />Generell gewinnt man den Eindruck, der Sozialpolitik wird gegen&uuml;ber medizinischen Entscheidungen h&ouml;here Priorit&auml;t einger&auml;umt.<br /><br />Eine St&ouml;rung des bis heute tauglichen medizinischen und sozialen Gef&uuml;ges wird die Folge sein. B&uuml;rokratie und Kontrollwahn durch Schaffung zus&auml;tzlicher Kontrollinstanzen werden Einzug halten. Selbstst&auml;ndigkeit und berufliche Freiheit sind nach Umsetzung dieser geplanten 15a-Vereinbarung nicht mehr garantiert.<br /><br />Der sch&ouml;ne Arztberuf wird sp&auml;testens dann seine Attraktivit&auml;t verlieren. Junge Kolleginnen und Kollegen werden vermehrt danach trachten, ihr berufliches Gl&uuml;ck im Ausland zu suchen. Zu einem erf&uuml;llten Berufsleben geh&ouml;ren auch berufliche Freiheit und Freude an der Berufsaus&uuml;bung. Doch diese sind durch die 15a-Vereinbarung schwer gef&auml;hrdet.<br /><br />Wir fordern deshalb die Verantwortlichen in der Politik dazu auf, von der 15a-Vereinbarung Abstand zu nehmen und eine &Uuml;berarbeitung unter sachverst&auml;ndiger &auml;rztlicher Mitwirkung vorzunehmen.</p></p>
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