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76 Scientific Sessions der American Diabetes Association, New Orleans

Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläres Risiko

<p class="article-intro">Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herzerkrankung, die schon einmal ein rdiovaskuläres Ereignis erlitten haben, haben ein erhöhtes Risiko für einen kardiovaskulären Tod. Dies zeigt eine Sekundäranalyse der EXAMINE(Exploring the Cardiovascular Safety of Therapies for Type 2 Diabetes)-Studiendaten, die auf dem amerikanischen Diabeteskongress vorgestellt und in „Diabetes Care“ veröffentlicht worden sind.<sup>1</sup> Die Ergebnisse der LEADER-Studie<sup>3</sup> die ebenfalls in New Orleans vorgestellt wurden, zeigen für den GLP-1-Rezeptoragonisten Liraglutid (Victoza®) eine Senkung des Risikos für kardiovaskulären Tod, nicht tödlichen Myokardinfarkt oder nicht tödlichen Schlaganfall bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen im Vergleich zu Placebo (Abb. 1). Ausserdem ergab sich eine Reduktion der Gesamtmortalität und von Nierenerkrankungen. </p> <hr /> <p class="article-content"><p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2016_Leading Opinions_Innere_1604_Weblinks_Seite41.jpg" alt="" width="" height="" /></p> <h2>ADA 2016: Sekund&auml;ranalyse der EXAMINE-Studie</h2> <p>Die Sekund&auml;ranalyse der EXAMINE-Studie zeigte, dass Menschen mit Typ- 2-Diabetes und Herzerkrankung, die bereits ein nicht t&ouml;dliches kardiovaskul&auml;res Ereignis erlitten hatten, ein erh&ouml;htes Risiko f&uuml;r kardiovaskul&auml;ren Tod haben. 13,7 % der Studienteilnehmer hatten mindestens ein nicht t&ouml;dliches kardiovaskul&auml;res Ereignis erlitten: 5,9 % einen Herzinfarkt, 1,1 % einen Schlaganfall, 3,0 % eine Krankenhauseinweisung aufgrund von Herzinsuffizienz und eine instabile Angina pectoris 3,8 % .<br /> W&auml;hrend der urspr&uuml;nglichen EXAMI-NE-Studie, die die kardiovaskul&auml;re Si-cherheit des Dipeptidylpeptidase(DPP)-4-Inhibitors Alogliptin gegen&uuml;ber Placebo untersuchte, starben 326 Patienten.<sup>2</sup> Die nunmehrige Sekund&auml;ranalyse ergab, dass Typ-2-Diabetiker, die wegen einer Herzinsuffizienz ins Krankenhaus kamen, ein sehr hohes Risiko (20,1 % ) hatten, aufgrund eines kardiovaskul&auml;ren Ereignisses zu sterben.<br /> Die Mortalit&auml;tsraten w&auml;hrend der Nachverfolgung f&uuml;r diejenigen, die einen nicht t&ouml;dlichen Schlaganfall (8,8 % von 57 Patienten, n=5) oder nicht t&ouml;dlichen Herzinfarkt (8,2 % von 316, n=26) erlitten, waren doppelt so hoch im Vergleich zu denjenigen, die kein nicht t&ouml;dliches kardiovaskul&auml;res Ereignis erlebt hatten. F&uuml;r Patienten, die mit dem DPP-4-Inhibitor behandelt wurden, zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Todesrate (4,1 % ) im Vergleich zur Placebogruppe (4,9 % ).</p> <p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2016_Leading Opinions_Innere_1604_Weblinks_Seite42.jpg" alt="" width="" height="" /></p> <h2>Signifikante Reduktion der kardiovaskul&auml;ren Todesf&auml;lle</h2> <p>An der randomisierten, doppelblinden LEADER-Studie<sup>3</sup> nahmen 9&thinsp;340 Erwachsene &auml;lter als 60 Jahre mit Typ-2-Diabetes und erh&ouml;htem Risiko f&uuml;r Herzerkrankungen teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen randomisiert: Liraglutid (n=4&thinsp;668) und Placebo (n=4&thinsp;672), jeweils zus&auml;tzlich zur Standardbehandlung (orale Antidiabetika und/oder Insulin). Liraglutid wurde t&auml;glich injiziert und die ersten Wochen um +0,6mg titriert (initial 0,6mg, 2. Woche 1,2mg, 3. Woche 1,8mg). Mit durchschnittlich 3,8 Jahren Follow-up ist die LEADER-Studie die l&auml;ngste Studie zur kardiovaskul&auml;ren Sicherheit unter einem Antidiabetikum. Studienteilnehmer, die Liraglutid bekamen, hatten ein um 13 % geringeres Risiko f&uuml;r Eintreten des prim&auml;ren kombinierten Endpunktes (MACE &ndash; &bdquo;major adverse cardiovascular event&ldquo;) aus kardiovaskul&auml;rem Tod, nicht t&ouml;dlichem Myokardinfarkt oder nicht t&ouml;dlichem Schlaganfall im Vergleich zur Placebogruppe. Es zeigten sich ein um 22 % geringeres Risiko f&uuml;r kardiovaskul&auml;ren Tod, ein um 15 % geringeres Risiko f&uuml;r Gesamt mortalit&auml;t und ein um 22 % geringeres Risiko f&uuml;r eine neu auftretende Nierenerkrankung, so der Erstautor der Studie, Steven Marso, Dallas, Texas.</p> <h2>Positive Effekte auf HbA<sub>1c</sub> und Gewicht</h2> <p>Bernard Zinman, Toronto, Kanada, pr&auml;sentierte die klinischen Ergebnisse. Mit einem mittleren HbA<sub>1c</sub>-Wert von 8,7 % in beiden Gruppen zu Beginn der Studie erreichten Patienten unter Liraglutid im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduktion des HbA<sub>1c</sub>-Werts. Weiterhin wurden ein Gewichtsverlust der Patienten unter Liraglutid (&ndash;2,3kg) im Vergleich zu den Patienten unter Placebo sowie eine Re-duktion des systolischen Blutdrucks (&ndash;1,2mmHg) und eine Erh&ouml;hung des diastolischen Blutdrucks (+0,6mmHg) festgestellt. Hypoglyk&auml;mien traten in der Liraglutidgruppe seltener auf.<br /> M&ouml;gliche unerw&uuml;nschte Nebenwirkun-gen stellte Michael Nauck, Bochum, vor. Der Anteil der Studienteilnehmer mit unerw&uuml;nschten Nebenwirkungen war in der Liraglutid- und in der Placebogruppe vergleichbar (62,3 % bzw. 60,8 % , p=0,12). Liraglutid war assoziiert mit gastrointestinalen Ereignissen sowie einer Erh&ouml;hung der Pankreasenzyme und der Herzfrequenz. Die Studie wurde von 96,8 % der Patienten beendet. Die &bdquo;number needed to treat&ldquo; (NNT), um in drei Jahren bei einer Person ein Ereignis zu verhindern, lag f&uuml;r MACE bei 66 Personen und f&uuml;r Tod aufgrund jeglicher Ursache bei 98 Personen.</p></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p><strong>1</strong> White WB et al: Diabetes Care 2016; 39(7): 1267-73 <br /><strong>2</strong> White WB et al: N Engl J Med 2013; 369: 1327-35 <br /><strong>3</strong> Marso SP et al: Liraglutide effect and action in diabetes: evaluation of cardio-vascular outcome results &ndash; a long-term evaluation. N Engl J of Med 2016; in Press. DOI: 10.1056</p> </div> </p>
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