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„Klare Rahmenbedingungen und mehr Unterstützung“

<p class="article-intro">Welche Unterstützung die Schulen benötigen, um Kinder mit Diabetes zu betreuen, erläutert Gabriele Hempfling-Stella. Sie arbeitete 42 Jahre im Pflichtschulbereich, davon die ersten 12 Jahre im Hauptschulbereich und anschließend 30 Jahre im Volksschulbereich. Die letzten 5 Jahre hatte sie die Schulleitung einer 15-klassigen Volksschule in Himberg inne.</p> <hr /> <p class="article-content"><p><strong>Welche Herausforderungen ergeben sich, wenn ein diabeteskrankes Kind an die Schule kommt?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Meine Erfahrungen beziehen sich haupts&auml;chlich auf Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren. Gerade f&uuml;r diese Kinder ist eine besondere Unterst&uuml;tzung und Hilfestellung notwendig. F&uuml;r die Lehrer der Kinder mit Typ-1-Diabetes stellt der Schulalltag eine besondere Herausforderung dar und es bedeutet einen zus&auml;tzlichen Aufwand. Das Ziel sollte sein, dass Kinder lernen, mit ihrer Stoffwechselerkrankung eigenverantwortlich umzugehen &ndash; dies ist nat&uuml;rlich erst ab einer gewissen Altersstufe m&ouml;glich.<br /><br /> <strong>Was ist dabei besonders wichtig?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Besonders wichtig ist es, diese Kinder nicht vom normalen Schulalltag auszuschlie&szlig;en, zum Beispiel von Turnunterricht, Spielstunden, Wandertagen, Eislaufen, Schwimmen, Projekttagen etc. Sie sollen bestm&ouml;glich in den Schulalltag integriert werden. Es ist jedoch nicht jedem Lehrer und in jeder Klassenkonstellation m&ouml;glich, ein diabeteskrankes Kind bestens zu betreuen, beispielsweise bei Klassen mit Kindern, die besondere Aufmerksamkeit ben&ouml;tigen, zum Beispiel Kinder mit Verhaltensauff&auml;lligkeiten, ADHS, Migranten ohne ausreichende Deutschkenntnisse etc.<br /> Au&szlig;erdem ist es notwendig, guten Kontakt mit den Eltern des zu betreuenden Kindes und Offenheit zu pflegen; ebenso einen engen Kontakt mit der Diabetesambulanz im n&auml;chstgelegenen zust&auml;ndigen Krankenhaus, welche jederzeit bei Notf&auml;llen zur Auskunft bereit sein muss. Auch ein Notfallprogramm und eine dazugeh&ouml;rige Box m&uuml;ssen im Klassenzimmer und in der Direktion zur Verf&uuml;gung stehen. Das bedarf der Offenheit aller Beteiligten, inklusive der Mitsch&uuml;ler, die man mit dieser Thematik vertraut machen muss. <br /><br /><strong>Welche rechtlichen Vorgaben m&uuml;ssen erf&uuml;llt werden? <br /><br />G. Hempfling-Stella:</strong> Es m&uuml;ssen noch klar definierte rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen bzw. die vorhandenen verbessert werden, denn derzeit werden alle Hilfestellungen von Lehrkr&auml;ften in einem rechtlichen Graubereich erbracht.<br /><br /> <strong>Was muss konkret in den Schulen getan werden?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Man muss die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, etwa Einschulung durch Di&auml;tassistenten f&uuml;r Klassenlehrer, Direktion und all jene, die in der Klasse unterrichten.<br /><br /><strong> Welche Unterst&uuml;tzung von L&auml;nderseite w&uuml;rde es brauchen, um die Betreuung diabetischer Kinder in der Schule zu verbessern?<br /><br /> G. Hempfling-Stella:</strong> Unter anderem Unterst&uuml;tzung durch mehr Fortbildung zu diesem Thema von Fachleuten. Finanzielle Abgeltung der Mehrbelastung und des Mehraufwands f&uuml;r die involvierten Lehrer ist notwendig. Zudem muss f&uuml;r Ausnahmef&auml;lle eine Zusatzkraft mit entsprechender Ausbildung angestellt werden. Dar&uuml;ber hinaus sollte man &uuml;berlegen, eine spezielle Ausbildung an den p&auml;dagogischen Hochschulen mit dem Schwerpunkt &bdquo;Kinder mit besonderen gesundheitlichen Bed&uuml;rfnissen&ldquo; anzubieten. Entsprechend ausgebildete Lehrkr&auml;fte k&ouml;nnten dann an Schulen mit gro&szlig;er Sch&uuml;leranzahl angestellt werden.</p></p>
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