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Es geht um weit mehr als Awareness
Jatros
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06.07.2017
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<p class="article-intro">Univ.-Prof. Dr. Thomas C. Wascher ist seit Dezember 2016 Leiter der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit der Diabetes Initiative Österreich (DIÖ). Wir sprachen mit ihm über seine Ziele, die Abgrenzung zur Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und Synergien mit ihr sowie über konkrete Projekte.</p>
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<p class="article-content"><p><strong>Herr Prof. Wascher, Sie haben mit Dezember 2016 die Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit der DIÖ übernommen. Was hat Sie dazu bewogen?</strong></p> <p><strong>T. C. Wascher:</strong> Die DIÖ ist eine Plattform, die relevante Stakeholder aus den verschiedensten Bereichen im Diabetes zusammenbringt und zu einem Erfahrungs-, Interessen- und Ideenaustausch untereinander beiträgt. Damit ist die DIÖ eine wunderbare Ergänzungsstruktur zur ÖDG als Fachgesellschaft und zu „Face Diabetes“, dem öffentlichen Gesicht der ÖDG. Daher habe ich die Aufgabe, die mir von der DIÖ vorgeschlagen wurde, gerne angenommen. Mein Ziel ist es, Stakeholder nicht nur zu einem informellen Informationsaustausch zusammenzubringen, sondern gezielt Themen aufzugreifen, die für den Bereich Diabetes in Österreich von realem Interesse sind, und diese aus den unterschiedlichen Perspektiven der verschiedenen Stakeholder beleuchten zu lassen. Im Idealfall sollen daraus Aufrufe und Pläne für konkrete Initiativen generiert werden, die dazu beitragen, dass das Thema Diabetes in der Öffentlichkeit nicht nur problembezogen, sondern auch lösungsorientiert sichtbar wird. Dabei geht es um deutlich mehr als die bloße Schaffung von Awareness. Sonst wäre die DIÖ quasi ein weiteres „Face Diabetes“ mit anderem Gesicht. Ziel muss es sein, Probleme zu identifizieren, zu artikulieren und Lösungswege zumindest aufzuzeigen.</p> <p><strong>Wie grenzt sich die DIÖ von bestehenden Strukturen ab?</strong></p> <p><strong>T. C. Wascher:</strong> Die ÖDG ist die Fachgesellschaft, die den Bereich Diabetes in medizinisch-wissenschaftlicher Richtung vertritt. „Face Diabetes“ ist das Gesicht der ÖDG in der Öffentlichkeit, um Aufmerksamkeit für das Thema Diabetes zu wecken. Die DIÖ ist dagegen eine übergreifende Plattform mit dem Ziel, den Austausch unter Stakeholdern zu forcieren. Die ÖDG ist als einer der Stakeholder auf dieser Plattform vertreten. Aus diesem Austausch heraus sollen Lösungswege identifiziert und entwickelt werden. Dies geht weit über die Kernaufgabe einer medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft hinaus. So wendet sich die ÖDG als Fachgesellschaft primär an Ärzte; „Face Diabetes“ an die österreichische Bevölkerung. Die Adressaten der DIÖ sind primär die im Rahmen des Diabetes relevanten Stakeholder und erst in einem weiteren Schritt die breite Bevölkerung.</p> <p><strong>Sind Synergien oder Kooperationen mit der ÖDG abzusehen?</strong></p> <p><strong>T. C. Wascher:</strong> Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der unbedingt anzustreben ist. Ich sehe sehr viele Kooperationsmöglichkeiten. Wesentlich ist, dass die handelnden Personen innerhalb der ÖDG und der DIÖ ihre Ideen und Strategien eng miteinander abstimmen. Nur so können diese Synergien geschaffen werden, die nötig sind, um die einzelnen Themen möglichst breit gestreut und aus unterschiedlichen Blickwinkeln fokussiert zu bearbeiten.</p> <p><strong>Was sind die konkreten Projekte für 2017, was wurde schon umgesetzt?</strong></p> <p><strong>T. C. Wascher:</strong> Als zentrales Kommunikationsprojekt haben wir eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Diabetes im Zentrum“ ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um ein dreimal jährlich stattfindendes Diskussionsforum mit zwölf bis fünfzehn von der DIÖ eingeladenen Teilnehmern, bei dem jedes Mal ein spezifisches Thema aufgearbeitet wird. Die erste Diskussionsrunde ist bereits im April unter dem Titel „Diabetesversorgung in Österreich: Hat der Fortschritt die Strukturen überholt?“ abgehalten worden. Die Ergebnisse werden in einer achtseitigen Publikation zusammengefasst und speziellen Stakeholdern zur Verfügung gestellt, um das Thema weiterzuverbreiten. In Zusammenarbeit mit der ÖDG und der Österreichischen Adipositas Gesellschaft hat die DIÖ auch heuer den Diabetes-Tag im Rathaus mit 6000 Besuchern veranstaltet. Für Ende des Jahres ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung geplant, deren Erlös einer besonders bedürftigen gesellschaftlichen Randgruppe und deren Diabetes-bezogenen Problemen zukommen soll.</p> <p><strong>Danke für das Gespräch!</strong></p></p>
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