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Psoriasis – zwischen Patientenerwartung und Verschreibungsverhalten
Jatros
30
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15.09.2016
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<p class="article-intro">Seit circa einem Jahr spricht man ehrfurchtsvoll von PASI 90 und 100 im Studiensetting der Psoriasis. Der Alltag sieht jedoch (noch) anders aus. Was verbirgt sich hinter dem Gap zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit? Bei der OEADF erfuhren wir mehr von OA Dr. Leo Richter, Wien.</p>
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<p class="article-content"><p>Neben MTX, Fumarsäure, PUVA, Retinoiden, Cyclo­sporin A und Apremilast sind mittlerweile 6 Biologika für die Systemtherapie der Plaque-Psoriasis zugelassen. Dennoch klaffen die Erwartungen des Patienten und die Vorstellungen der Ärzte weit auseinander. „Die Lebensqualität war früher kein Thema, lediglich die Hautgesundheit“, so OA Dr. Leo Richter, Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien. Auch der Juckreiz als Symptom bei Psoriasis wurde lange Zeit ignoriert bzw. als nicht existent angesehen.<br /> Patienten und Dermatologen haben unterschiedliche Prioritäten bei der Therapiewahl. Während für den Betroffenen die Wirksamkeit des Medikaments an erster Stelle steht, sind für den Hautarzt die Nebenwirkungen einer Therapie der maßgebliche Punkt. Fast ebenso wichtig aus Patientensicht ist die Verfügbarkeit einer Therapie. Was nützt das wirksamste Medikament, wenn ich es nur im Zuge einer Studienteilnahme erhalte? Gleich danach kommt für den Patienten die (leichte) Handhabung einer Therapieform. Für den Dermatologen liegen aber die Therapiekosten an zweiter Stelle der Prioritäten. Biologika sind teuer und können ein ordentliches Loch ins Ordinationsbudget reißen (Tab.)<br /> Mittlerweile liegen Querschnittsumfragen vor, die eindeutig belegen, dass fast zwei Drittel der österreichischen Patienten keine befriedigende Lebensqualität aufweisen, wie Prof. Dr. Peter Wolf in seinem Vortrag eindrücklich darlegte. Leider war nur für 30 % der Patienten der Therapieerfolg zufriedenstellend.<br /> Wobei man einräumen müsse, so Richter, dass die Patientenführung beim Psoriatiker schwieriger sei als bei anderen Diagnosen. Die Compliance ist oft mangelhaft, die Adhärenz ebenso, die Verlässlichkeit ist nicht immer gegeben. Patienten nehmen Termine nicht wahr, bleiben unentschuldigt fern. Dennoch sind sie mündig, aufgeklärt und fordern verstärkt effektive Behandlungsformen ein. Der Psoriasispatient von heute kommt mit konkreten Wunschvorstellungen in die Ambulanz/Praxis, erklärte Richter. Er ist davon überzeugt, dass sich einiges in der Psoriasislandschaft verändern wird.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2016_Jatros_Derma_1603_Weblinks_Seite40.jpg" alt="" width="717" height="450" /></p> <h2>Biologika: West-Ost-Gefälle</h2> <p>Interessanterweise gibt es ein West-Ost-Gefälle im Verschreibungsverhalten von österreichischen Dermatologen, berichtete Richter. Niedergelassene Wiener Hautärzte stehen der Biologikaverschreibung eher zurückhaltend gegenüber, in Tirol hingegen verordnet fast jeder niedergelassene Kollege Biologika, so Richter. Was rechtfertigt nun eine teure Biologikatherapie? Eine Verbesserung der Lebensqualität geht mit zunehmender Erscheinungsfreiheit einher. Dies zeigte ein systematischer Review von randomisierten, kontrollierten Studien, die Biologika zur Behandlung der moderaten bis schweren Plaque-Psoriasis untersuchten.1</p> <h2>Ein Licht am Horizont</h2> <p>Ixekizumab, ein neuer IL-17A-Inhibitor, wird ab dem dritten Quartal unter dem Handelsnamen Taltz® in Österreich verfügbar sein. Abgesehen von hervorragenden PASI-90- und guten PASI-100-Daten besticht die einfache Handhabung mit subkutaner Pen-Injektion (80mg Ixekizumab), einmal monatlich in der Erhaltungsdosis. Die Verträglichkeit war in den Studien mit Etanercept vergleichbar.2, 3 Bleibt nur noch zu wünschen, dass die Therapiekosten mithalten können und vielleicht auch die letzten Biologikaverweigerer überzeugen.</p></p>
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<p><strong>1</strong> Mattei PL: J Eur Acad Dermatol Venerol 2014; 28(3): 333-337 <br /><strong>2</strong> Gordon KB et al: New Engl J Med 2016; doi: 10.1056/NEJMoa1512711 [Epub ahead of print] <br /><strong>3</strong> Griffiths CE et al: Lancet 2015; 386(9993): 541-551</p>
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