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OEADF

Psoriasis – zwischen Patientenerwartung und Verschreibungsverhalten

<p class="article-intro">Seit circa einem Jahr spricht man ehrfurchtsvoll von PASI 90 und 100 im Studiensetting der Psoriasis. Der Alltag sieht jedoch (noch) anders aus. Was verbirgt sich hinter dem Gap zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit? Bei der OEADF erfuhren wir mehr von OA Dr. Leo Richter, Wien.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Neben MTX, Fumars&auml;ure, PUVA, Retinoiden, Cyclo&shy;sporin A und Apremilast sind mittlerweile 6 Biologika f&uuml;r die Systemtherapie der Plaque-Psoriasis zugelassen. Dennoch klaffen die Erwartungen des Patienten und die Vorstellungen der &Auml;rzte weit auseinander. &bdquo;Die Lebensqualit&auml;t war fr&uuml;her kein Thema, lediglich die Hautgesundheit&ldquo;, so OA Dr. Leo Richter, Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien. Auch der Juckreiz als Symptom bei Psoriasis wurde lange Zeit ignoriert bzw. als nicht existent angesehen.<br /> Patienten und Dermatologen haben unterschiedliche Priorit&auml;ten bei der Therapiewahl. W&auml;hrend f&uuml;r den Betroffenen die Wirksamkeit des Medikaments an erster Stelle steht, sind f&uuml;r den Hautarzt die Nebenwirkungen einer Therapie der ma&szlig;gebliche Punkt. Fast ebenso wichtig aus Patientensicht ist die Verf&uuml;gbarkeit einer Therapie. Was n&uuml;tzt das wirksamste Medikament, wenn ich es nur im Zuge einer Studienteilnahme erhalte? Gleich danach kommt f&uuml;r den Patienten die (leichte) Handhabung einer Therapieform. F&uuml;r den Dermatologen liegen aber die Therapiekosten an zweiter Stelle der Priorit&auml;ten. Biologika sind teuer und k&ouml;nnen ein ordentliches Loch ins Ordinationsbudget rei&szlig;en (Tab.)<br /> Mittlerweile liegen Querschnittsumfragen vor, die eindeutig belegen, dass fast zwei Drittel der &ouml;sterreichischen Patienten keine befriedigende Lebensqualit&auml;t aufweisen, wie Prof. Dr. Peter Wolf in seinem Vortrag eindr&uuml;cklich darlegte. Leider war nur f&uuml;r 30 % der Patienten der Therapieerfolg zufriedenstellend.<br /> Wobei man einr&auml;umen m&uuml;sse, so Richter, dass die Patientenf&uuml;hrung beim Psoriatiker schwieriger sei als bei anderen Diagnosen. Die Compliance ist oft mangelhaft, die Adh&auml;renz ebenso, die Verl&auml;sslichkeit ist nicht immer gegeben. Patienten nehmen Termine nicht wahr, bleiben unentschuldigt fern. Dennoch sind sie m&uuml;ndig, aufgekl&auml;rt und fordern verst&auml;rkt effektive Behandlungsformen ein. Der Psoriasispatient von heute kommt mit konkreten Wunschvorstellungen in die Ambulanz/Praxis, erkl&auml;rte Richter. Er ist davon &uuml;berzeugt, dass sich einiges in der Psoriasislandschaft ver&auml;ndern wird.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2016_Jatros_Derma_1603_Weblinks_Seite40.jpg" alt="" width="717" height="450" /></p> <h2>Biologika: West-Ost-Gef&auml;lle</h2> <p>Interessanterweise gibt es ein West-Ost-Gef&auml;lle im Verschreibungsverhalten von &ouml;sterreichischen Dermatologen, berichtete Richter. Niedergelassene Wiener Haut&auml;rzte stehen der Biologikaverschreibung eher zur&uuml;ckhaltend gegen&uuml;ber, in Tirol hingegen verordnet fast jeder niedergelassene Kollege Biologika, so Richter. Was rechtfertigt nun eine teure Biologikatherapie? Eine Verbesserung der Lebensqualit&auml;t geht mit zunehmender Erscheinungsfreiheit einher. Dies zeigte ein systematischer Review von randomisierten, kontrollierten Studien, die Biologika zur Behandlung der moderaten bis schweren Plaque-Psoriasis untersuchten.1</p> <h2>Ein Licht am Horizont</h2> <p>Ixekizumab, ein neuer IL-17A-Inhibitor, wird ab dem dritten Quartal unter dem Handelsnamen Taltz&reg; in &Ouml;sterreich verf&uuml;gbar sein. Abgesehen von hervorragenden PASI-90- und guten PASI-100-Daten besticht die einfache Handhabung mit subkutaner Pen-Injektion (80mg Ixekizumab), einmal monatlich in der Erhaltungsdosis. Die Vertr&auml;glichkeit war in den Studien mit Etanercept vergleichbar.2, 3 Bleibt nur noch zu w&uuml;nschen, dass die Therapiekosten mithalten k&ouml;nnen und vielleicht auch die letzten Biologikaverweigerer &uuml;berzeugen.</p></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p><strong>1</strong> Mattei PL: J Eur Acad Dermatol Venerol 2014; 28(3): 333-337 <br /><strong>2</strong> Gordon KB et al: New Engl J Med 2016; doi: 10.1056/NEJMoa1512711 [Epub ahead of print] <br /><strong>3</strong> Griffiths CE et al: Lancet 2015; 386(9993): 541-551</p> </div> </p>
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