Dermatologischer Alltag in Zeiten von SARS-CoV2
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Die aktuelle Pandemiesituation hat Einfluss auf den klinischen Alltag in allen medizinischen Fachrichtungen. Die European Academy of Dermatology and Venerology (EADV) hat nun systematisch erhoben, was das Virus mit den Dermatologinnen und Dermatologen macht – sowohl auf der beruflichen als auch auf der privaten Ebene.
Im Rahmen des virtuellen EADV-Kongresses 2020 präsentierte Dr. Mariano Suppa von der Freien Universität Brüssel die Ergebnisse dieser Studie, die bereits im April 2020 vom Communication Committee der EADV geplant und zu der ein Fragebogen mit 30 Fragen entwickelt worden war. Dabei ging es um drei Themenfelder: das Profil des Befragten, die Folgen der Covid-19-Pandemie für die beruflichen Aktivitäten und die Folgen der Covid-19-Pandemie für die private Situation. Der Fragebogen wurde ab Juni 2020 online zur Verfügung gestellt und anschließend gezielt an Mitglieder der EADV und an die nationalen Fachgesellschaften verschickt.
Rückmeldungen kamen von 490 Personen aus 40 Ländern, 338 (69%) waren Frauen und 255 (52%) waren älter als 50, fast ein Viertel der beantworteten Fragebögen kam aus Frankreich. Die Studienteilnehmer lebten mehrheitlich in der Stadt und waren an Krankenhäusern bzw. Universitätskrankenhäusern tätig. Die Studienteilnehmer waren in hohem Maße direkt betroffen, denn 139 (28,4%) gaben an, persönliche Erfahrungen auf einer Covid-Station gemacht zu haben, 221 (45%) hatten aufgrund der Pandemie alle oder fast alle Patiententermine absagen müssen. Notfälle und dermatoonkologische Fälle wurden in den Zentren priorisiert behandelt.
Die Antworten aus dem Juni 2020 zeigen, dass zu diesem Zeitpunkt 60% der Umfrageteilnehmer ihre Patienten persönlich und von Angesicht zu Angesicht behandelten. Dies traf auf den niedergelassenen Bereich stärker zu als auf den Krankenhaussektor. Zum Schutz wurden Gesichtsmasken verwendet, desinfiziert wurde mit hydroalkoholischem Gel (89%) und Seife (74%). Einkommensverluste berichteten 75% der Befragten.
Die Antworten aus dem Juni ergaben außerdem, dass zu diesem Zeitpunkt 76% der Befragten Teledermatologie praktizierten, diese waren mehrheitlich jedoch nicht von der Qualität dieser Art von Kommunikation überzeugt. Die Dermatologen wurden von den Patienten häufig nach Zusammenhängen zwischen der dermatologischen Therapie und den Risiken einer Covid-19-Infektion sowie möglichen Hautsymptomen von Covid-19 gefragt. Rund ein Drittel der Befragten gab an, Covid-Patienten mit dermatologischer Symptomatik gesehen zu haben.
Insgesamt 23 (4%) der Befragten wurden selbst positiv auf SARS-CoV2 getestet, drei waren zeitweise hospitalisiert, 44 (9%) zeigten Symptome, erhielten aber keinen Test. Insgesamt wurden mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer niemals getestet. Als unangenehme Emotionen während der Pandemie wurden angegeben: Stress (48%), Angst (44%), Einsamkeit (18%), Gefühl der Nutzlosigkeit (17%), Zorn (15%), Depression (9%) und Suizidgedanken (1%).
Quelle
Suppa M et al.: Impact of COVID-19 pandemic on dermatologists’ life and practices in Europe. EADV-Kongress; D3T03.4D
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